Was wir vom AJUCA erwarten: Aus der Gesamtscheiße in den Freiraum

Die Gesamtscheiße belastet

Wir alle stehen seit Jahren einem bundesweiten Rechtsruck entgegen. In Mecklenburg-Vorpommern ist die AfD bei der Landtagswahl 2016 mit 20,8% im Landtag gelandet, es finden nach wie vor zu viele rassistische Demonstrationen und Angriffe auf Geflüchtete und ihre Wohnorte statt. Konservative bedrohen Lebens- und Liebesformen, die  nicht ihren rückwärtsgewandten Vorstellungen entsprechen. Auch in MV gibt es in den Großstädten meist einen wahrnehmbaren Widerstand gegen Nazis, Rassist*innen und menschenverachtende Idiot*innen. Doch auf dem Land ist der Kampf für ein schöneres Leben oft alles andere als leicht. Trotzdem gibt es in den ländlichen Regionen Menschen, Organisationen und Projekte, die  für Solidarität stehen. 
Und für die wurde das AJUCA erfunden! Wenn du dich als Antifaschist*in, Feminist*in, Queerulant*in oder sonstige*r praxisnahe*r Träumer*in dazu zählst – oder es werden möchtest – bist du richtig beim AJUCA!

Freiräume politisch begreifen

Das Alternative Jugendcamp (AJUCA) sieht sich als einen Freiraum, an dem politisch Interessierte sich ausprobieren, vernetzen und organisieren können. Auf dem Gelände erwarten euch Bildungs- und Workshopangebote, Platz fürs Umsetzen eigener Ideen und Raum für Vernetzung und zum Entspannen. Wir wollen Utopien nicht nur diskutieren, sondern sie leben, abseits des kapitalistischen Wahnsinns und weit weg von gesellschaftlichen Zwängen. 
Das AJUCA ist kein Festival oder bunter Jahrmarkt, der ein Konsum-Angebot schafft. Das AJUCA ist ein antifaschistisches Camp, auf dem sich jede_r wohlfühlen soll und die Möglichkeiten bietet, aktiv zu werden.
Wir organisieren uns nach dem „Do It Yourself“ (DIY)-Prinzip. Kurz gesagt: Das Alles funktioniert nur, wenn alle einen Teil beitragen. Wenn 10 Leute für 600 kochen, läuft was falsch. Wenn die Orga-Crew nur aus 7 Leuten besteht, wird das Programm entsprechend eingedampft.
Leider haben wir in den vergangenen Jahren die Tendenz beobachtet, dass das AJUCA als Festival wahrgenommen wird und viele Leute dort abhängen ohne Aufgaben oder Verantwortung zu übernehmen. Am Ende heißt das: Beides bleibt bei ein paar Wenigen hängen, die so keine Lust mehr haben weiterzumachen. 
Jede_r Einzelne gestaltet das Camp mit. Einen Freiraum zu haben, heißt auch ihn zu erhalten. Dazu gehören grundlegende Sachen wie Essen kochen, Beamer einstöpseln, shuttlen oder Klos putzen (for real!). Wer ein Festival sucht, auf dem er*sie mit Freund*innen 4 Tage rumhängen und ab und an Futter holen gehen kann, der*die kann sich eines der vielen schönen großen und kleinen Festivals in MV suchen. 
AJUCA heißt praktisch werden!

Antifaschismus gemeinsam machen

Antifaschismus bedeutet nicht nur gegen Nazis kämpfen, sondern auch die Gesamtverhältnisse zu kritisieren und das eigene Handeln zu hinterfragen. Utopien leben heißt, Freiräume schaffen und ausprobieren, wie sich ein Alltag in einer Welt der Kooperation anfühlen wird. Das AJUCAist ein Ort für Selbstorganisation und die Stärkung unserer Zusammenhänge. 

Wann denn nun?

Das AJUCA findet vom 15.-19. August statt.
Ja, wir schreiben das absichtlich soweit hinten, weil wir hoffen, ihr habt alle gesehen, was hier drüber seht. Wenn nicht: Lest es jetzt.